Geschichte des Shiatsu

Shiatsu wird oft mit Therapien wie Akupressur oder Akupunktur verglichen aber viel wahrscheinlicher ist das es dieser ehrwürdigen alten Therapieform vorrausging. In jedem Kulturkreis kannte man Formen der Schmerzlinderung und Heilung durch Berührung. So auch in Japan unter dem Namen te-ate (Hand-Berührung).

Eine Vermutung basiert darauf, das vor 1500 Jahren das chinesische Anma von Kriegermönchen über Korea nach Japan gebracht wurde.Die chinesische Kultur verschmolz mit der japanischen und damit auch die Heilkunde und damit waren einige Veränderungen unvermeidlich, für China in der Blütezeit steht die Kreativität und unaufhaltsames Strömen und für Japan steht die meisterliche Genauigkeit. Die Kreativität der chinesischen und die Fähigkeit des Reduzierens, Analysierens und Verfeinerns der japanischen Herangehensweise drückt sich auch heute im Shiatsu aus.

Schon 1799 formuliert ein Anma-Führer als Zielsetzung, Blockierungen und Spasmen durch die Behandlung der 14 Meridiane aufzulösen und Leere und Fülle auszugleichen, um organische Dysfunktionen zu beheben. Das traditionelle Anma ist die eigentliche Wurzel des Shiatsu.

Mit Einführung der westlichen Medizin, nach der Öffnung Japans, gezwungener Maßen durch die amerikanische Flotte nach 300 jähriger Abschottung in der Edo-Zeit (1600-1868) und der Meiji Restauration, verschwand allmählich das traditionelle Anma weitgehend und beschränkte sich nur noch auf das lösen von Verspannungen von Schultern und Rücken, Bauchmassagen und Geburtsbegleitung ohne Bezug auf die Meridiane. Es diente nur noch der Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Abgestuft als Wellnessbehandlung in Badehäusern meist ausgeführt von Blinden zur Wahrung des Anstandes.

Der Begriff Shiatsu wurde 1919 von Tenkei Tamai erstmals benutzt. Er wollte seine therapeutischen Arbeit von der Wellnessmassage unterscheiden. Tenkei Tamai gilt als der Erfinder des Shiatsu. 1925 gründete er die Shiatsu Therapie Association. Tenkeis Schüler Tokujiro Namikoshi (1905-2000) gründet 1940 seine eigene Shiatsuschule, das Japan Shiatsu College in Tokio. Er war bestrebt der Drucktherapie einen westlichen Rahmen zu geben.

1945 brennt Tokio und auch Namikoshis Schule wird zerstört. Im Zuge der allgemeinen Unterdrückung der japanischen Kultur, wurde Shiatsu und andere Behandlungsformen unter General McArthur verboten. Viele Blinde verloren von jetzt auf gleich Ihre Existenzgrundlage. Sie machten die Amerikanerin Hellen Keller, Schriftstellerin und Vorkämpferin der Blinden auf sich aufmerksam, die vor dem Kongress die Aufhebung des Verbots erreichte. Unter den neuen politischen Rahmenbedingungen setzte sich Namikoshi dafür ein, Shiatsu als therapeutischen Beruf staatlich anerkennen zu lassen. Er setzte die Punkte auf die Druck ausgeübt wurde in Bezug auf die westliche Anatomie und Physiologie. Dies entsprach seiner Persönlichkeit und einer unternehmerischen Notwendigkeit, angesichts des herrschenden Zeitgeists und Rechtslage.

Es sollten noch viele Jahre des Diskutierens und Teilanerkennungen ins Land gehen bevor 1964 Shiatsu als eigenständige, von Anma unabhängige Therapieform, durch das japanische Gesundheitsministerium anerkannt wurde.

Namikoshi ist vor allem die Ausbreitung im westlichen Amerika zu verdanken, 1954 im Rahmen seiner Chiropraktischen Ausbildung in Amerika,gab er Marilyn Monroe ein Schiatsu die an Magenkrämpfen litt und nach 10 Minuten Besserung verspürte.

1970 gab er Muhammed Ali vor dem spektakulären Kampf gegen George Foreman ein Shiatsu, medienwirksam im weißen Hemd und Krawatte, ging es als Foto um die Welt. In den 70iger Jahren übte besonders ein Mensch einen revolutionären und prägenden Einfluss auf Shiatsu aus. Shizuto Masunaga (1925-1981). Sowohl seine Mutter als auch sein Vater waren Schüler von Tenkei Tamai. Er lernte 1940 als 15jähriger den damals 80jährigen Tenkei Tamai kennen. Masunaga war ein Verehrer von K.Hirata (1901-1945),der Psychologie, westliche und östliche Medizin studiert und mehrere Bücher veröffentlicht hatte. Hirata hatte seine eigene Behandlungsmethode entwickelt wo neben dem üblichen Fingerdruck und in ruhiger Position auch Bewegung und der Einsatz von Ellebogen, Knien und Füssen von Bedeutung war.

1950 nach seinem Psychologiestudium entwickelte Masunaga sein eigenes Shiatsu, erlernte Shiatsu bei Namakoshi, sprach sich gegen den mit Muskelkraft ausgeübten Druck aus und gründete 1960 die IOKA-Akademie und eröffnete 1968 seine eigene Shiatsu-Klinik. Masunaga legte die Basis für das heute im Westen verbreitete Shiatsu, verankerte es wieder in die fernöstliche Medizin sowie deren philosophischen Wurzeln, Taoismus und Zen.

Er verband Erkenntnisse der westlichen Medizin, Naturwissenschaft, Psychologie mit seinem eigenständigem Shiatsu, das östliche Manualpraktiken mit westlichen Techniken vereinte. In der New Age Bewegung nach Vietnamkrieg und Golfkrise in den 70iger Jahren fand Shiatsu rasche Verbreitung.

Basis zur erfolgreichen Verbreitung des Zen-Shiatsu
In Amerika legte Wataru Ohashi den Grundstein für die Verbreitung des Zen-Shiatsu

In Europa geschah dies durch Personen die nach Amerika reisten um dort Shiatsu zu lernen wodurch sich dann nach und nach verschiedene Shiatsugesellschaften gründeten. Der Weg des Shiatsu ist nicht mehr aufzuhalten und findet wenn auch langsam immer größere Beliebtheit in einer von Streß und Zivilisationskrankheiten gebeutelten Gesellschaft.

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